PRESSEMITTEILUNG
M E M O G R A P H I E S
Kartographie der Erinnerung

ELENI PAPAIOANNOU (Preisträgerin der ORTUNG VIII)
Städtische Galerie Schwabach
15. August - 14. September 2014
Vernissage: 15.08.2014, um 19.00 Uhr
Es spricht: Barbara Leicht M.A. (Kunstmuseum Erlangen)

Der Künstlerbund Schwabach e.V., der seit 1985 für das Ausstellungsprogramm der Städtischen Galerie Schwabach verantwortlich ist, freut sich, die fünfte Einzelausstellung von Eleni Papaioannou – Preisträgerin der Schwabacher Kunstbiennale 2013 „ORTUNG VIII - Im Zeichen des Goldes“ – zu präsentieren.
Die in Athen geborene Künstlerin, die mit ihrer ortsbezogenen Installation im Wettbewerb die Gemüter erregte und die Meinungen auseinander gehen ließ, zeigt diesmal eine Installation, die sich mit der Vergänglichkeit auseinandersetzt.
Unter dem Titel „Memographies – Kartographie der Erinnerung“ widmet die Künstlerin ihre Aufmerksamkeit Menschen, die in Altersheimen leben, ihrer räumlichen Umgebung, ihren Erinnerungen und dergestalt den Fragmenten, die von einem langen Leben übrig bleiben.
Papaioannou führte mit Bewohnerinnen und Bewohnern verschiedener Altersheime Interviews, die sie aufzeichnete. Sodann sammelte sie Schlüsselbilder aus den vielen Erzählungen und den Lebenssituationen der Senioren, um daraus Zeichnungen und eine dreidimensionale Installation zu entwickeln.
Ihre feinen, fast kartographischen Zeichnungen, die aus Fragmenten unterschiedlicher Bilder entstehen, verbindet sie mit der multimedialen Installation „Ruinen der Erinnerung“, die sie in der Mitte der Galerie aus Kalksandsteinen vor Ort errichtet hat. Zu dem gebauten Gebilde, das an prähistorische Gebäude oder an eine Baustellensituation denken lässt, gehören Videoaufnahmen, skulpturale Skizzen sowie Pflanzen.
Die Künstlerin setzt sich in ihrer Arbeit mit verschiedenen Aspekten des Raumbegriffs auseinander. Raum als physikalisch nicht definierbarer Ort von Gedanken und Erinnerungen, sowie freier (leerer) Raum, der Kunst ermöglicht, und in dem sie nicht Greifbares vergegenständlichen kann. Dabei lässt sie utopische Räume entstehen, die wie Relikte vergangener Situationen anmuten und erörtert jene Schlüsselbilder künstlerisch, von welchen sie durch die Erzählungen ihrer Interviewpartner erfahren hat.
Papaioannou erschafft eine neue Form des Portraits, das nicht das Antlitz eines Individuums präsentiert - allenfalls die Stimme mancher Interviewten wird in der Installation hörbar -, sondern den Abgebildeten auf zeitlich-räumliche Weise darstellt.
Zur Ausstellungseröffnung erscheint ein Katalog.
Die Künstlerin wird zur Ausstellungseröffnung anwesend sein.
Frau Barbara Leicht (Kunstmuseum Erlangen)wird einführende Worte sprechen.

 

Eleni Papaioannou, geb. in Athen. Sie lebt und arbeitet in Berlin. Studium der Bildhauerei an der Athens School of Fine Arts (Prof. G.Lappas), anschließend Masterstudiengang Kunst im Öffentlichen Raum an der UdK in Berlin im Institut für Kunst im Kontext.
In ihren künstlerischen Arbeiten setzt sie sich mit der Beziehung von Kunstwerk und architektonischem/ urbanem Raum auseinander. Sie präsentiert häufig großformatige multimediale Installationen in von ihr selbst ausgewählten Orten, die sie sowohl konzeptionell als auch formal bearbeitet. In ihren Werken werden Inhalte wie Geschichte, Zeitwahrnehmung, Vergänglichkeit und Bewegung im Raum erforscht.
Sie hat ihre Arbeiten in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt und an verschiedenen Projekten teilgenommen (Auswahl):
Hotel Berlinische Galerie, Landesmuseum für Kunst, Architektur und Photographie, Berlin (2002), Von Kunst aus, Hamburger Bahnhof-Museum für Gegenwart, Berlin (2003), M.A.D.R.I.D.28045 Matadero Contemporary Art Center Madrid (2007)

www.e-pap.net